Teil 2
21.07.2003
Um 7:30 Uhr bringt Pavol uns zum Slowakischen Paradies (slowensky Raj) und lässt
es sich nicht nehmen uns den Eintritt zu bezahlen.
Wir suchen uns eine wunderschöne Schlucht aus und klettern diese hinauf. Es ist ein
circa 4 Kilometern langer Flusslauf, der z. T. auf Baumstämmen, z. T. mit Hilfe von
Leitern bewältigt werden muss. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Oben angekommen
sind wir im Wald spazieren gegangen und dann langsam durch den Wald wieder
abgestiegen. Zum Glück waren wir so zeitig dort, denn inzwischen tummelten sich
hier sehr viele Wandersleute.
18:00 hat uns Pavol wieder abgeholt, er fuhr mit seinem Wartburg sehr schnell, dass
man manchmal am liebsten die Augen schließen wollte.
Wir kauften gleich noch die Zugtickets von Poprad über Plavec nach Krakau für
umgerechnet 35 € (inklusive Fahrrädern).
Sonnig 30°C
22.07.2003
Wir mussten schon um 4:45 Uhr aufstehen und schnell noch das letzte packen, dann
haben wir mit Aika und Pavol gefrühstückt, und danach ging es ab zum Zug.
Pavol verabschiedet uns noch, wahrscheinlich um sicher zu gehen, dass wir auch
wirklich fahren ;-)
Im Zug konnten wir noch einmal die Schönheit der Hohen Tatra bewundern.
In Krakow angekommen, suchen wir zunächst einen Zeltplatz, nach dem Zeltaufbau
sind wir in die Stadt um diese zu besichtigen. Krakau besitzt eine wunderschöne Altstadt, es liegt ein historisches Gebäude neben dem anderen.
Als wir wieder auf dem Zeltplatz ankamen sahen wir, dass dort patrouilliert wurde,
wahrscheinlich aus gutem Grund, Angst musste man aber nicht haben. Ein starkes
Gewitter riss uns mitten in der Nacht aus dem Schlaf, im Zelt denkt man, dass der
Blitz direkt neben einem einschlägt.
Sonnig 30°C
23.07.2003
Mit dem Bus sind wir in das Stadtzentrum gefahren und von dort aus mit einem
kleinen Bus nach Wieliczka zu einer alten Salzmine. Eintritt 18 €, Führung 2,5 h
durch die Saline. Der tiefste Punkt der Führung war 135 m tief, wir besichtigten
verschiedene Kapellen (alle aus Salz) für die meist kath. Bergleute.
Sehr beeindruckend war auch eine riesige Halle für Kongresse und Hochzeiten (90m
x 40m).
Nun sind wir mit einem Aufzug wieder hochgefahren 4m/s und ganz schön
eingepfercht.
Danach sind wir wieder in die Stadt gefahren und haben uns verschiedene Kirchen
und den Wawel besichtigt. Krakau ist eine tolle Stadt (Marktplatz).
Zurück auf dem Zeltplatz kamen Monika und Michel mit ihren Motorrädern an, wir
haben beim Zeltaufbau geholfen, weil ganz dunkle Wolken heranzogen. Kaum
war das Zelt aufgebaut begann ein kurzer, aber starker Regen.
Ich habe mit Michel noch 3 Bier und 1 Flasche Wodka gekauft sowie Geschnetzeltes
mit Curry. Dazu gab es dann noch Reis. Wir haben zusammen geschmaust
und dann zur Verdauung den einen oder anderen Wodka getrunken (Mix mit
Orangensaft), die Frauen haben Wein getrunken. Obst und Salat gab es auch noch,
dann waren wir genudelt.
Um 02:30 Uhr war der Wodka alle und nach netter Unterhaltung ging es ab ins Bett.
24.07.2003
Für heute haben wir uns vorgenommen nach Auschwitz (Oswiecim) zu fahren. Man
konnte überhaupt noch nicht einordnen, was einen dort erwarten würde. Einiges
kannten wir schon von Bildern, aber wenn man einen solchen Ort einmal real gesehen hat, ist das noch viel schlimmer als auf Bildern.
Obwohl oder gerade weil man so etwas gesehen hat, ist immer noch unvorstellbar, wie so etwas passieren konnte.
Wir haben zuerst einen Film angesehen und anschließend an einer Führung
teilgenommen.
In Auschwitz (7 ha), fanden täglich bis zu 340 Menschen den Tod. Im Lager
Birkenau, 3 km entfernt 140 ha groß, wurden bis zu 4.000 Menschen täglich (Juden,
russische Gefangene, politische Gegner und Sinti & Roma) ermordet. Insgesamt
fanden hier 1,4 Millionen Menschen den Tod.
Wieder in Krakau angekommen, haben wir die Zugtickets (112 €) gekauft und vorher die Verbindung herausgesucht.
Am Abend aßen wir wieder mit Monika und Michel.
Unsere Berliner Nachbarn haben uns noch Heidelbeeren und Milch zubereitet (sehr lecker).
25.07.2003
Nach dem Frühstück haben wir gepackt und unseren Berliner Nachbarn (mit VW-
Bus) einen „www.radsherren.de“ –Aufkleber gegeben und Sie haben ihn gleich auf
ihr Auto geklebt.
Nach dem Adresstausch mit Monika und Michel haben wir den Zeltplatz verlassen
und in einem Park noch ein paar Ansichtskarten geschrieben. Anschließend haben
wir am Wawel noch eine Fotoausstellung angesehen, welche ca. 500 m lang war. Mit
ca. 130 Bildern von 1,20 m x 1,00m.
Die schönsten Bilder aus aller Welt (meist Natur) von einem Fotografen Namens
Jann Arthus Bertrand.
Um 13:00 Uhr sind wir zum Zug, dieser fuhr pünktlich ab. Ein oder zwei Stunden später hielt der Zug für ca. 20 Minuten am Bahnsteig und dann kam der Rettungsdienst. Eine Person wurde weggefahren. Dann fuhr der Zug recht langsam weiter. Der Zug war so voll, dass wir erst nach 2 Stunden einen Sitzplatz bekamen, selbst in den Gängen war kein Durchkommen mehr.
Im Zug lernten wir Norbert kennen, er kam ursprünglich aus Polen und ist 1988 ins Saarland geflüchtet, jetzt besuchte er Freunde und reiste durch seine Heimat. Er hat uns ins Saarland eingeladen. Dann lernten wir im Zug noch einen sehr gut englisch sprechenden Polen kennen, dessen Namen recht kompliziert war (ich weiß ihn leider nicht mehr). Wir hatten zeitweise 1 h Verspätung, er sagte der Schaffnerin, dass Sie in Breslau (Wroclaw) den wartenden Zug Bescheid sagen sollte, dass er auf uns wartet, wir kamen mit ca. 45 min Verspätung an und der Zug nach Dresden war natürlich weg. Der nächste fährt erst morgen 05:35.
Wir übernachteten in einer Jugendherberge in Wroclaw (ca. 12 €).
Dann haben wir uns noch die Stadt angesehen und Tortillas gegessen und dann ging es wieder zurück. Der Pole aus dem Zug war mit uns noch bei der Information und hat für uns alles geklärt was die Weiterfahrt und Tickets betrifft. Ohne Ihn hätten wir ganz schön alt ausgesehen, da in Wroclaw-Bahnhof an der Information keiner Englisch oder deutsch konnte, alle Mitarbeiter sprachen nur polnisch.
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