Alpencross

Tour de Bart



Donnerstag 23.11.2000 Ätna (ital. Ethna)

Um 8:00 Uhr sind wir aufgestanden uns begannen den Tag mit einem deftigen Frühstück. Dann ließen wir uns von Luana noch einmal den Weg beschreiben, checkten das Material und verpackten alles. Die Katze (lag seit gestern auch dem Weg des Zeltplatzes und war so verhungert, dass sie sich nicht mal mehr der Fliegen erwehren konnte) ist heute wahrscheinlich gestorben. Das sind schon Tierquäler diese Italiener! Um 10:00 Uhr konnte die Tour dann endlich beginnen. Unser Lager lag in einer Höhe von 70 Metern über dem Meeresspiegel (NN). Für die 38 Kilometer die wir den Ätna hochgefahren sind benötigten wir 3 Stunden und 17 Minuten, machten 3 kurze Pausen von 5 Minuten. Die erste bei 1100 hm, die zweite bei 1500 hm und die dritte bei 1700 hm. Die Baum- und Schneegrenze lag bei 1800 m. Der Höchste Punkt der Tour lag bei 1979 m. Es war dort oben schon recht kühl mit 5°C (unten waren es 24°C). In einer Berghütte zogen wir uns schnell warme uns trockene Klamotten an und kauften ein paar Ansichtskarten. Wir wollten dann mit der Seilbahn noch weiter hoch, es ging aber nicht, da diese momentan nicht fuhr und für eine Jeepfahrt hätten wir pro Person 70.000 Lire blechen müssen.

Als die Wolkendecke aufriss (wir befanden uns in ihr) konnten wir die wunderschöne Kraterlandschaft mit den phantastischen Farbspielen eines jeden Kraters.
Wir entschieden uns auch auf einen Krater hinauf zuschieben. Wir trafen viele Bewunderer unserer Leistung (ein Engländer z.B. „Good Job“), aber auch einige Skeptiker „das schafft ihr nie!“. Bei der Abfahrt vom Krater mussten wir alle Sinne zusammennehmen, denn der Weg herunter war recht schmal und auf beiden Seiten ging es steil herunter.
Nun konnte die Abfahrt beginnen. Wir zogen uns Handschuhe, Terrormaske (Gesichtsschutz), 3 oder 4 Oberteile, kurze Hosen und lange darüber an und setzten schließlich noch den Helm auf. Dann begann der Downhillrausch! Die Felgen hielten (wurden nicht wieder so heiß), mit ausgestreckten Beinen ging es ein rasantes Tempo hinunter. Wir erreichten Spitzengeschwindigkeiten von 74 km/h. Die Abfahrt hat nur ca. 25 Minuten gedauert und war diesmal ohne Sturz. In Acireale trafen wir dann viele Bekannte wie zum Beispiel Francoir, den Gärtner und Bewunderer der Bikes (besonders Jörgs) auch Polizisten schauten hin. Es bildete sich eine Menschentraube auf dem Gehweg wo der Verkehr auch gleich zum Erliegen kam. Die Polizei musste eingreifen.


Wir aßen in einem Imbiss ein paar Häufchen (wissen nicht genau was es war, hat aber sehr gut geschmeckt). Auf dem Marktplatz schauten wir uns dann eine Wahlveranstaltung einer sizilianischen Partei. Man konnte kaum unterscheiden ob Mussolini oder Hitler persönlich die Rede hielt in bezug auf Gestik, Einsatz der Hände und Lautstärke (eine unglaubliche Akustik, da der Marktplatz fast vollständig von Häusern umgeben war). Es war sehr imposant. Der Marktplatz hätte kaum mehr Menschen fassen können.


Anschließend tranken wir in einem Kaffee Espresso bzw. Capuccino aßen Eis und schrieben Karten. Wir kamen mit dem Barkeeper ins Gespräch, dieser sagte uns das die Leute dort 80% Steuern zahlen müssen (wir wissen nicht ob es stimmt). Er sagte uns auch, dass die vorhin gehörte Partei eine rechtgerichtete gewesen sei. In sizilianischen Geschäften, Kaffees usw. arbeitet immer mindesten ein Verkäufer und am Ausgang sitzt immer noch extra ein Kassierer (der auch für nichts anderes zuständig ist), egal wie viel Kundschaft der Laden hat.


Dann fuhren wir zur Karaokebar (es gab zwei nebeneinander). Dort waren wir zuerst die einzigen Besucher, dann kamen noch ein paar Leute, aber Stimmung kam nicht auf. Nach einem Bierra. Am späten Abend wuschen wir noch ab, der gekaufte Grillanzünder (als Brennstoff für den Kocher) erwies sich als Fehlinvestition. Das Zeug rußte so stark, dass der Abwasch zum reinen Kraftakt wurde, manches Teil war unter den Bedingungen nicht sauber zu bekommen.