Alpencross

Tour de Bart



Mittwoch 22.11.2000 Nicoli (San Marina) - Acireale

Zu Sturm und regen kamen in der Nacht auch noch niedrige Temperaturen hinzu. Es hatte immer noch nicht aufgehört zu regnen, wir lagen ca. eine Stunde wach im Zelt um zu warten bis der Regen aufhörte. Dies tat er dann auch gegen 8:30 Uhr, so dass wir schnell alles abbauen konnten. Aus dem moorartigen Feld war inzwischen fast ein Sumpfgebiet entstanden. Die Abfahrt erwies sich aufgrund des sehr aufgeweichten und schlammigen Bodens als großes Problem, denn der Feldweg zurück zur Zivilisation ging bergauf, beim Auto drehten die Räder durch. Mit vereinten Kräften schafften wir es dann doch irgendwie den Hügel hinaufzukommen. Die Überfahrt mit der Fähre machten wir über die Straße von Messina, Dauer ungefähr 30 Minuten. Ziel auf Sizilien war erst einmal Catania. In einem Vorort von Catania versuchten wir dann einen Zeltplatz zu finden was uns auch recht schnell gelang. Er hatte jedoch, wie sollte es auch anders sein, geschlossen. Aber nur wenige Kilometer weiter fanden wir einen der noch geöffnet hatte (ca. 16.000 Lire /Tag und Person).

Übliche Prozedur: Aufbau des Zeltes, ... danach gingen wir bei Spar einkaufen unter anderem getrocknete Datteln (hmmmm). Unterwegs stießen wir auf den Gipfel sizilianischer/italienischer Faulheit, es war eine Frau im Auto die mit ihrem Hund Gassi fuhr, sie hielt durch die heruntergelassene Scheibe die Hundeleine fest. Abends sind wir dann mit dem Bike in die Stadt gefahren und besuchten dort einen typisch sizilianischen Treffpunkt (eine Art Spielhölle) älterer Herren die dort vergnügt Karten spielten. Der Kassierer dort war betrunken, aber das war egal denn es nahm sich sowieso jeder sein Bier selber aus dem Kühlschrank (der prall gefüllt war). Wir wurden zu Bier und Zitrone (pur mit Salz und Peperoni) eingeladen und es setzten sich auch gleich mehrere Männer an unseren Tisch. Wir (die Sizilianer, Jörg und Thomas) versuchten uns dann gegenseitig mit Kartentricks zu verblüffen. Thomas unterhielt sich mit Francoir (ein Sizilianer der in Frankreich gearbeitet hat) auf französisch (so gut es ging) mit Händen und Füssen. Überhaupt waren die Herren sehr interessiert an uns und Deutschland, viele von Ihnen erzählten, dass sie früher einmal in Deutschland (im westlichen Teil) gearbeitet haben.

Als wir nach ca. einstündigem Aufenthalt gehen wollten, kam es zu einem kleinen Streit zwischen den Herren die uns das Bier ausgaben. Der Kassierer versuchte immer einem bestimmten Mann in die Hoden zu schlagen. Jetzt hatten wir aber langsam starken Hunger und gingen in das Restaurant was uns Luana (eine Angestellte vom Zeltplatz empfohlen hatte). Man muss wissen, dass sizilianische Restaurants erst zwischen 20 und 21 Uhr öffnen. Wir sind jedenfalls schon 19:45 Uhr hereingekommen (hatten es schon mal eher versucht) und richteten Isabella, einer Freundin von Luana, Grüße aus. Wir teilten uns eine Pizza und einen Teller Gnochi, beides schmeckt aber in Italien besser. Dazu tranken wir noch etwas Wein und kamen mit dem Ober, dem Koch und Isi (Isabella) ins Gespräch. Alle warnten uns unsere Fahrräder ordentlich anzuschließen (auch schon Passanten vor dem Restaurant). Die Kriminalität schien in diesem Bezirk sehr hoch zu sein, wir merkten davon zum Glück nichts. Isi gab uns den Tipp in eine Karaokebar zu gehen, wir wollten es evtl. auch am nächsten Tag machen. Um 00:00 Uhr verließen wir dann das Restaurant nachdem Isabella uns noch einen Schnaps ausgegeben hat. Im ganzen Ort wurden wir wie Außerirdische angesehen wegen der Bikes, der Kleidung und des Helmes.