Alpencross

Tour de Bart



Montag 20.11.2000 Elba - Sorento

Montag 20.11.2000 Elba - Sorento Pieppiep, pieppiep „Nun schalt doch mal den Wecker aus“ 3:30 Uhr Schlaf aus den Augen reiben, austreten und Zähne putzen, dann das Zelt abbauen und los ging die Fahrt nach Portoferraio zum Hafen. Um 5:00 Uhr ging die Fähre zu Festland. Dort angekommen setzten wir unsere Fahrt in Richtung Napoli (Neapel) fort – dieser Name sollte uns noch lange Zeit verfolgen! Gleich nach Napoli befindet sich die Stadt Sorento. Wir mussten durch Sorento durchfahren, um zu dem vom Franken empfohlenen Zeltplatz zu gelangen. Italienische Kleinstädte haben keine Fußwege, warum auch, es fährt eh jeder mit dem Auto oder der Vespa. Wir quälten uns also im Schritttempo (maximal) durch Sorento, bekamen beide recht schnell Kopfschmerzen vom vielen Lärm und den Abgasen, dazu kam noch, dass jeder fuhr wie er wollte „Vorfahrt beachten“ - so etwas scheint es dort nicht zu geben. Ebenso wenig Autos ohne Beulen.
Am Zeltplatz angekommen, haben wir schnell das Zelt aufgebaut und sind dann in Richtung Vesuv nach Pompeji (nähe Neapel). Pompeji ist ein beeindruckendes Städtchen, seine Größe, die Malereien an den Wänden, die Thermalbäder der alten Römer, die Mosaikfußböden und nicht zu vergessen das für diese Zeit einmalige Kanalisationssystem. Die einzige Sache, die in Pompeji abstoßend ist, sind die Straßenhunde (im folgenden auch als Köter bezeichnet). Diese armen Tiere liefen völlig ausgehungert durch die Gegend und bettelten bei den Touristen um etwas Essen. Wenn sie nicht herumliefen dann lagen sie faul auf den Wegen herum und sonnten sich. Sie waren sehr stark verwildert, hatten zum Teil offene Wunden oder krochen nur noch herum. Als wir Pompeji verlassen haben und wieder zum Parkplatz gingen, provozierten uns strahlend gelb/orange Apfelsinen an den Bäumen in irgendwelchen Gärten. Ich (Thomas) holte schnell das Auto und stand dann Schmiere, während Jörg schnell über den Zaun sprang und einige Apfelsinen pflückte. Auf dem Rückweg gab uns der Kassierer unerwarteter Weise Rückgeld (man muss an vielen italienischen Autobahn Zu- und/oder Abfahrten eine Art Maut zahlen) welches jedoch unter den Sitz fiel und prompt hatten wir die Bescherung – anstatt in Richtung Sorento zu fahren, fuhren wirr in Richtung Napoli. Wir sind an der nächstmöglichen Abfahrt abgefahren und auf der anderen Seite wieder drauf (natürlich mussten wir noch mal bezahlen). Auf dem Rückweg hielten wir an einem Einkaufzentrum an. Dort kaufen wir ein paar Lebensmittel uns aßen anschließend eine Pizza die so groß wie ein Wagenrad war. Die Ränder uns ein kleines Stück ließen wir uns noch vom verdutzten Pizzabäcker einpacken.

Am Abend gingen wir dann in einen englischen Pub uns erfreuten uns dort der geringen Preise. Ein Bier (ein Liter) sollte 8.000 Lire kosten, da dachten wir, dass ist ja nicht sehr teuer und bestellten gleich noch eins. Doch wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht, die 8.000 Lire galten einem Pint (was einem halben Liter entspricht) also mussten wir 16.000 pro Glas bezahlen, d.h. 64.000 Lire für das Bier und 5.000 Lire für eine halbe Stunde Internet. Der Schlussbetrag umfasste also 70.000 Lire, puh das war harter Stoff! Doch das sollte noch nicht alles sein, auf dem Heimweg wurden wir von einem Rudel wilder, räudiger Hunde angefallen, die plötzlich aus dem Nichts auftauchten. Neun von ihnen konnten wir mit Gebrüll und Fuchteln mit den Armen vertreiben, einer aber hing an uns wie eine Klette. Wir machten das Tor des Campingplatzes zu und gingen den serpentinenartigen Weg zum Zelt herunter (ca. 800m), doch schon nach der ersten Kurve stand er wieder hinter uns. Wenn man dem Hund zu schlagen drohte kauerte sich dieser nur zusammen und schaute uns mit seinen frechen Augen an, „der Trickser“. Die Prozedur des Aussperrens wiederholte sich noch einige male, dann konnten wir auch diesen Hund verteiben. Unten am Zelt angekommen standen schon wieder 3 oder 4 Hunde da, wir machten das wir ins Zelt kamen und versuchten einzuschlafen. Wir hörten noch wie sie um unser Zelt herumschlichen und schnüffelten. In der Nacht musste Jörg dann irgendwann mal austreten, da lagen sie immer noch um das Zelt herum.