Alpencross

Gran Canaria/Teneriffa 18.-25.11.2001



Mittwoch, 21.11.01 3250 - 0Hm, 76km

Nachdem es die gesamte Nacht geschneit hatte, war der Gipfelsturm eine aussichtslose und gefährliche Sache, und wir beschlossen somit der Gruppe auf ihrem gemeinsamen Abstieg zu folgen.

Auch für die 2 Hüttenverwalter waren die Stunden gezählt, und sie übernahmen die Führung hinein in das undurchdringbare Schneetreiben. Zuvor wurde die Behausung winterfest gemacht, d.h. alles Wasser wurde abgelassen und die Türen verrammelt. Wir schritten stumm in einer Gruppe von 9 Personen die zugeschneiten Pfade hinab, und die Bikeschuhe erwiesen sich auch jetzt wieder als zuverlässig.

Auf halben Weg angekommen, mit nassen Schuhwerk, legten wir das letzte Stück im Jeep zurück, mit dem uns die freundliche Spanier hinten auf der Ladefläche mitnahmen.

Völlig durchnässt kamen wir unten an und waren glücklich, als wir unsere Babies wieder in den Armen halten durften. Ab dann ging es in einer rasanten Abfahrt hinunter zu einer besonderen Gesteinsformation, die übersetzt soviel wie der Finger Gottes bedeutet. Zusammen mit Falk, der mit seinem vollbepacktem Bike erstaunlich schnell unterwegs war (hatte unter anderem die Rohloffschaltung), ließen wir die Räder rollen und erreichten dabei Geschwindigkeiten von über 70km/h. Die Temperaturen klettern auch schnell wieder an, je näher wir dabei der Küste kamen. Wir entschieden uns in Playa San Juan einzuquartieren, denn es war mal wieder höchste Zeit ein Bad zu nehmen und unserer Klamotten zu reinigen. Falk machte alles über Handy klar, nach einem 6 jährigem Volkshochschulkurs konnte er fließend Spanisch sprechen, und die Zimmer waren gebucht.

Thomas' nächster Platten war zum Glück wieder mal ein Schleicher, und wurde direkt vor dem Haus unserer Wirtin entdeckt (2:0). Nachdem wir die Quartiere in Beschlag genommen hatten, ging es als erstes hinunter zum schwarzen Sandstrand, das Wasser hatte immer noch angenehme Temperaturen. Bei kanarischen Bananen und Baguette tauschten wir Tourenerlebnisse aus und genossen ansonsten einfach das faule Liegen am Strand.

Anschließend ließen wir uns bei einem Bierchen eine Fischplatte für 3 Personen schmecken, und begossen danach den letzten gemeinsamen Abend bei Wein und Bier auf dem Hotelzimmer. Die Räumlichkeiten waren nicht unbedingt europäischer Standart zu nennen, im Bad roch es nach Gülle, die Toilettenspülung funktionierte nicht einwandfrei, der Waschbeckenabfluss war durch Unmengen von Haaren fast dicht, die Matratzen waren durchgelegen, und beim Zudecken mit der Bettdecke, die aus einem Laken und einer Filzdecke bestand, überkam mich sofort ein Allergieanfall, Zeichen dafür, das die Filzdecke ihre letzte Waschung (wahrscheinlich gleichzeitig mit der letzten Ölung) bereits seit längerem schon hinter sich gebracht hatte.