Alpencross

Gran Canaria/Teneriffa 18.-25.11.2001



Donnerstag, 22.11.01 hoch: 1543Hm, runter: 1027Hm, 78km, 4Std.

Nach einem feudalen Frühstück, welches wir gemeinsam auf dem Platz vor der örtlichen Kirche einnahmen, ging es nun zur wahrscheinlich schönsten Route dieser Woche. Zuvor hatten wir allerdings noch ein Stück Autobahn zu bewältigen, welche vollkommen legal mit dem Fahrrad zu befahren sind. Im Windschatten eines LKWs mit über 60km/h unterwegs kamen wir schnell vorwärts, wobei Thomas allerdings seinen 3. Platten erlitt (3:0), ich dies allerdings erst nach 10-minütiger Weiterfahrt bemerkte. Kurz um: wir hatten uns vollkommen aus den Augen verloren. Von nun an war jeder auf sich allein gestellt. Während ich auf Thomas mehrere Minuten wartete, auf einer Brücke nach ihm Ausschau haltend, ihn mehrmals vergeblich versuchte auf dem Handy zu erreichen, und die Strecke daraufhin zurückfuhr, hatte er indessen seinen Pannen an einer Tankstelle geflickt und fuhr quietsch vergnügt weiter, während ich mir schon an das Schlimmste dachte, und überlegte, wie es am besten seinen Eltern mitteilen sollte. Nach 2-stündiger Odyssee hielten wir uns wieder in den Armen, glücklich wieder vereint zu sein. Nun endlich sollte der schönste Streckenabschnitt folgen, es ging 600Hm hinauf und ab dort immer auf einem Plateau fahrend mit einem wunderbaren Blick über die Insel mit dem Meer in der Ferne. Dabei schlängelte sich die Strasse am Abgrund entlang, stieg mehrere Dutzend Meter an, um danach wieder steil nach unten abzufallen meist verbunden mit einer scharfen Kurve, in die wir uns teilweise richtig hineinlegten, einen Fuß über der Strasse schwebend, den Oberkörper fast waagerecht zur Oberfläche.

An diesem Tag hatten wir glücklicherweise fast keinen Autoverkehr, so dass wir die Strecke und die Landschaft unbeschwert genießen konnten. An uns vorbei rauschten riesige Schluchten, durch Flussläufe in den Fels gewaschene canyonartige Einschnitte, Höhlen, Viadukte und terassenartig angelegte Felder vorbei. Diese Fahrt sollte uns das wahre, ursprüngliche Gesicht Teneriffas offenbaren, fernab jeglicher Touristenattraktion. Halt machten wir in Arico, wo wir bei einer kleinen Verschnaufpause einer Mädchenfußballmannschaft bei ihrem Spiel zuschauten, und uns anschließend in ein Restaurant begaben. Dort bekamen wir einen Fraß aus Knochen und Fleisch vorgesetzt, der allerdings trotz seiner geringen optischen Ausstrahlung, dennoch sehr mundete. Der Ort Arico war sehr klein, so dass wir bereits nach kürzester Zeit alle 3 Kneipen des Ortes kannten. Von dort aus erfuhren wir auch von dem Unglück auf der Insel La Palma bei dem auch mehrer Deutsche ums Leben kamen, wobei wir von diesen Unwettern zum Glück verschont blieben.

Unser Schlafplatz befand sich dieses Mal in einer ruhigen Ecke auf einem Sportplatz direkt neben einer Kirche, die uns in der Nacht auch einige Male durch ihr lautes Glockengeläut aufschrecken ließ.