Alpencross

Tourtagebuch Alpencross



27.08.99 Freitag "Die Ankunft der Bezwinger"

Am heutigen Tag begann die Tour recht früh. Wir trafen Angela und Jochen, die zur gleichen Zeit aufbrachen und so traten wir die Reise zusammen an. Wie schon berichtet hatten die beiden eigentlich die gleiche Tour wie wir, sie hatten es sich aber anders überlegt und so trennten wir und nach einigen Kilometern, bei Castel Fondo (die beiden fuhren nach Bozen weiter, von wo aus sie wieder nach Hause fahren wollten). Wir fuhren, wie schon am gestrigen Tag an unzähligen Apfelplantagen vorbei uns verzehrten eine Vielzahl davon. Man konnte bloß hoffen keinen Durchfall durch die Äpfel zu bekommen, da diese noch nicht ganz reif waren. Die Tour führte uns heute durch Castelfondo, Cloz, am Lago die St. Guistina und Lago di Molano vorbei, durch Ponte Arche nach Riva.



Wir fuhren die wesentlich einfachere Tour und mussten bei einigen (längeren) Anstiegen (z.B. bei Spormaggiore) feststellen, dass sie es doch ganz schön in sich hatte. Manchmal verloren wir fast den Glauben daran, unser großes Ziel Riva del Garda jemals zu erreichen. Zu Mittag aßen wir in einem kleinen Ristorante (Nähe Lago di St. Guistina) Spinatknocchi mit etwas zerlaufener Butter - für Thomas war es etwas zu wenig, aber es war wirklich ein wahrer Gaumenschmaus. In Andalo (nach einem harten Anstieg) gaben uns 3-4 Ordensschwestern ihren Segenund man kann mit gutem Recht sagen, dass uns dieser Segen geholfen hat. Wir wollten während der Fahrt eine kostenlose Mitfahrgelegenheit nutzen, es war ein Traktor der langsam (jedoch schneller als wir) einen längeren Anstieg hinauftuckerte. Als wir endlich beide die Hände am Hänger hatten fuhr der Traktor leider in die falsche Richtung weiter und so mussten wir uns weiter abmühen.

Doch auch diese Qualen haben wir überstanden und das Ziel fast vor Augen gaben wir noch einmal alles. Nun konnten wir die würzige Luft des Lago schon förmlich riechen. Bis nach Riva ging es jetzt fast nur noch bergab und genau um 19:00 Uhr und nach 111 km standen am Ortsschild von Riva zum Fotoshooting bereit. Bevor wir uns zum See aufmachten kauften wir schnell noch ein Fläschchen Rotwein (2 L) und eine Flasche Cola (es war ein Traum mal wieder irgendetwas mit Geschmack zu trinken, nicht immer nur das Wasser aus irgendwelchen Bächen). Nun mussten wir aber schnell zum See. Hier trafen wir einen Touristen (aus Dtl.) der uns (angeblich) guten Tipp für wildes Campen gab. Dem wollten wir aber erst am morgigen Tag nachgehen. Doch zuerst musste eine Schlafgelegenheit in/um Riva gefunden werden, die einzige Möglichkeit war auf einem Campingplatz zu übernachten (um zu duschen).

Nachdem wir drei davon abgeklappert hatten (der erste wollte 20 DM pP, der zweite war voll und der dritte hatte nur noch Plätze direkt an der Strasse bzw. am Tunnel frei) fanden wir endlich einen annehmbaren und beschlossen dort zu bleiben. Am Abend wurden gleich noch die Englischkenntnisse aufgefrischt, bei der Flasche Rotwein und einer Zigarette, wir trafen ein Pärchen aus Leeds (England) à Joana und Rob. Uns gegenüber lag ein Ehepaar drei kleinen Mäusen (1x Zwillinge und die "große" Schwester), die ihre Eltern ganz schön auf trapp hielten. Der Vater mit dem kleinen Arsch stieß sich ziemlich laut an seinem Kopf an der Heckklappe seines Autos. Er machte sogar schon eine Wanderung zu Fuß durch Indien. Nach ein paar Liedern unter der Dusche, zu der wir völlig nackt gingen (Rob fragte später ob wir das immer so machen), fielen wir todmüde ins Bett (nachdem jeder 1 L Rotwein intus hatte). Unser Schlaf in dieser Nacht war recht, was in der Freude des erreichten Zieles, aber auch an der strapazierten Blase lag.